Bresciafahrt „Schlosswepsnmusi“
Am 6.6. trafen morgens um acht Uhr zwei Gruppen unserer Hohenburger Mädchen zusammen, um in gemeinsamer Mission ins entfernte Italien auszuströmen. Nach einer ruhigen Busfahrt mit sonnigen Visionen von zitronenbehangenen Bäumen, lärmenden Italienerkindern auf der Piazza und überfüllten Eisbuden an jeder Ecke wurden wir mit Platzregen am Gardasee empfangen. Tapfer räumte die „Schlosswepsnmusi“ sämtliches musikalische Inventar aus dem Bus, um ihr Quartier im sonst recht idyllischen Lazise anzusteuern, während die Angelagruppe sich auf den Weg ins Angelinenkloster nach Brescia machte. Nach einem durchnässten Nachmittag im menschenleeren Touristenort trat plötzlich, Fortuna oder auch Petrus sei Dank, die Sonne hervor und bescherte uns dann doch noch den bestellten lauen Sommerabend am Gardasee. Nach Pizza und Spaghetti zwängten sich unsere Mädels in ihre Dirndl, packten die Instrumente und stellten sich auf die Piazza. Bald waren wir umringt von einer Menschentraube, die begeistert unseren spielwütigen Bläserinnen lauschte. Bei „Azzurro“ klatschen und sangen dann alle mit und unser Hut füllte sich zusehends mit klirrenden Münzen. Am nächsten Tag machten wir uns gegen neun Uhr nach Brescia auf. Auch hier wurden wir wieder - gänzlich untypisch für diese Jahreszeit - mit Platzregen empfangen. Nichtsdestotrotz erkundeten die Mädchen nach einer Klosterführung mit Frau Baumann die Altstadt. Danach wurde für die heilige Messe am Abend geprobt: Frau Baumann hatte mit der Angelagruppe die Gestaltung des Gottesdienstes ausgearbeitet, wir steuerten italienische Kirchenlieder, die durch ein Telefonat mit der singenden Schwester Marisa nach Lenggries gelangten und dort mitnotiert wurden, bei. In diesem besonderen Gebäude, wo die hl. Angela, als Gründerin unserer Schulen, bis heute aufgebahrt ist, feierten wir einen eindrucksvollen und ergreifenden Gottesdienst. Zum Abschluss wurden wir noch von den Schwestern zum Abendessen eingeladen und auch hier ließ es sich die „Schlosswepsnmusi“ nicht nehmen, noch einmal aufzuspielen und sämtliche Befürchtungen bezüglich der Lautstärke unserer Instrumente aus dem Weg zu räumen. Glücklich und beseelt von den Eindrücken im Kloster traten wir die Rückreise nach Lazise an. Wie durch ein Wunder verflog der Regen am nächsten Morgen, sodass wir noch in See stechen konnten, um nach Desenzano zu fahren, wo wir uns mit der Angelagruppe zum gemeinsamen Besuch des Geburtshauses der hl. Angela verabredet hatten. Schließlich verabschiedeten wir uns von Rosmarie Baumann, die uns mit wehmütigem Blick und wehendem Angelinentuch noch lange hinterherwinkte. Um die Busfahrt zu verkürzen, packte unser Chef seine Ziehharmonika aus und der Bus grölte vom „Kufsteinlied“ bis zum „Roten Pferd“ die Alpen entlang alles, was gefiel. In Lenggries angelangt schüttete es – wie konnte es auch anders sein – aus vollen Kübeln.
Aber Regen bringt ja bekanntlich Segen!
Katharina Weber
