Elterninformationsabend zum Thema Mobbing

Am 26. November 2018 fand der Elterninformationsabend des Amtes für Jugend und Familie zum Thema „Mobbing bzw. Cybermobbing“ in der Aula statt.

Mit Frau Claudia Koch, Johanna Beysel und Sophia Steger konnten drei Expertinnen zur erwähnten Thematik gewonnen werden.

Frau Beysel klärte die anwesenden Eltern zunächst über die Bedeutung des Begriffs „Mobbing“ auf. Von Mobbing ist die Rede, wenn jemand über einen längeren Zeitraum bedrängt, belästigt und schikaniert wird. Es handelt sich daher um einen massiven Eingriff in das Leben und Handeln eines anderen Menschen.

Unter Cybermobbing ist Mobbing mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel (z.B. über WhatsApp, Facebook, Instagram…) zu verstehen.

Schnell würden unter Schülern Fotos, Videos, etc. gemacht, da Smartphones nahezu überall vorhanden seien. Das große Problem hierbei ist, dass die Aufnahmen in der Folge ins Internet gestellt werden, wo sie nur schwer oder nicht mehr gelöscht werden können. Cybermobbing stellt somit einen massiven Eingriff rund um die Uhr dar, das Publikum ist unüberschaubar groß und die Täter (=Cyberbullies) können auch anonym agieren.

Zudem informierte Frau Beysel über die Funktionen von (Cyber-)Mobbing. Hierbei ist die Entlastung der Jugendlichen mit Problemen entscheidend. Oftmals sind diese auf der Suche sowohl nach einem Ventil, um sich von eigenem Zorn zu befreien als auch nach sozialer Anerkennung. Des Weiteren sehen viele darin eine Möglichkeit, Macht zu demonstrieren und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wiederum andere mobben aus der Angst davor, selbst zum Opfer zu werden.

 

Auslöser von (Cyber-)Mobbing können sein:

  • Mobbing = Teil der Normalität
  • Langeweile
  • Konflikte in der Klassengemeinschaft
  • Sich verändernde Freundschaften
  • Unerwünschte Veröffentlichung von persönlichen Informationen

 

Mobbing entsteht schleichend, das heißt, die Angriffe werden mit der Zeit zunehmend härter und stärker.

Besonders problematisch ist, dass die Thematik mit Vorurteilen behaftet ist. Beispielsweise sind viele davon überzeugt, Mobbing sei lediglich ein Modewort bzw. -thema oder aber der „Gemobbte sei selbst Schuld“ und die Jugendlichen müssten ihre Angelegenheiten selbst klären. Aufgrund des Machtverhältnisses zwischen Opfer und Täter sind diese Annahmen jedoch schlichtweg falsch.

Im Rahmen des Schülermobbings geschehen Angriffe auf der Mitteilungsebene oder der Beziehungsebene und Angriffe auf das soziale Ansehen wie beispielsweise das Verbreiten von Gerüchten oder Lügen, die dem Ansehen eines Mitschülers schaden können.

Frau Koch hob vier eindeutige Anzeichen von Mobbing hervor:

  • Kräfteungleichgewicht
  • Häufigkeit (mindestens 1x pro Woche)
  • Dauer (längerer Zeitraum)
  • Konfliktlösung (Betroffener kann Mobbingprozess nicht selbstständigbeenden)

Anzeichen für Mobbingopfer:

Emotional: Persönlichkeitsveränderung

Körperlich: z.B. Kopf-, Bauchschmerzen, nervöse Ticks

Sozialverhalten: verringertes Selbstbewusstsein und -vertrauen, Rückzug von Freunden und Familie

Schule: Opfer geht nicht gerne in die Schule, es wird nichts mehr erzählt, Klassenausflüge werden nicht wahrgenommen, Rückzug von Klassenkameraden und Leistungsabfall

Familie: Opfer verlässt ungern das Haus (am liebsten isoliert im eigenen Zimmer)

 

Ursachen von Mobbing können ein geringes Selbstwertgefühl, körperliche Schwäche oder Ängstlichkeit und Aggressionsgehemmtheit sein.

 

Frau Beysel zeigte den Mobbingprozess in drei Phasen auf:

  1. Phase: Explorationsstadium

Hier wird das Opfer ausgesucht, die Mitschüler greifen allerdings noch nicht ein.

  1. Phase: Konsolidierungsstadium

Es beginnen systematische Attacken, wenn der Prozess durchbrochen werden soll, MUSS das in dieser Phase geschehen.

  1. Phase: Manifestationsstadium

Der Täter hat es geschafft, die Klasse zu überzeugen, dass Attacken gegenüber dem Opfer gerechtfertigt sind!

 

Tipps für Eltern des Opfers:

  • Unterstützung
  • Zeit zuzuhören/hinzusehen
  • Einbeziehung der Schule
  • Professionelle Hilfe (Erziehungsberatungsstelle)
  • Ihr Kind hat keine Schuld!

 

Tipps für Eltern des Täters:

  • Beziehung aufbauen
  • Keine Duldung von Gewalt
  • Konsequentes Erziehungsverhalten

 

Mögliche Maßnahmen auf Schulebene:

  • Fragebögen
  • Pädagogische Tage
  • Projekte
  • Pausenaufsicht
  • Schulinterne Fortbildung
  • Klassenregeln/Klassengespräche
  • Aufgreifen des Themas im Unterricht
  • Elternbeirat miteinbeziehen

 

Mögliche Maßnahmen auf individueller Ebene wären Gespräche, Hilfen im familiären Bereich und Klassen- bzw. Schulwechsel.

Hilfen:

  • Amt für Jugend und Familie

Claudia Koch und Johanna Beysel 08041/505456

089-90939094

 

Der Vortrag schließt mit folgenden Worten:

Denken Sie immer daran, dass nicht jede Form der Gewalt Mobbing ist, aber Mobbing ist immer Gewalt.

 

Die Erzbischöfliche St.-Ursula-Mädchenrealschule bedankt sich beim Amt für Jugend und Familie für den interessanten Elternvortrag von Frau Claudia Koch und Frau Johanna Beysel und auch bei den Eltern, für das große Interesse daran.

R. Gascha

 

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